Limnologie

Aquatische Toxikologie

Durch die stetig wachsende Anzahl an Chemikalien, welche beabsichtigt oder unbeabsicht in der Umwelt ausgebracht werden, nimmt auch die Gefährdung von Artgemeinschaften und Populationsstrukturen zu. Häufig wirken sich anthropogen ausgebrachte Substanzen auch auf sogenannte Nicht-Zielorganismen aus und können sich darüber hinaus in Ökosystemen anreichern. Insbesondere im aquatischen Bereich können diese Auswirkungen ganze Habitate stören oder sogar zerstören, was nicht nur dramatische Folgen für die Biodiversität hat, sondern diese Systeme auch in ihrer Nutzbarkeit für den Menschen reduziert. Durch Störungen empfindlicher Nahrungsnetze kommt es häufig zu Veränderungen im Stoffhaushalt, die mit negativen Auswirkungen auf die Ökosystemleistungen der Gewässer verbunden sind. Gleichzeitig kann eine Veränderung der Artenzusammensetzung auch zu einer anderen Bewertung der Gewässerqualität führen, als dies ohne den Einfluss von Umweltchemikalien der Fall wäre. Dies ist gerade im Zusammenhang mit der Erfüllung der Verpflichtungen im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie problematisch.

Standardtestverfahren der Ökotoxikologie haben häufig nur geringe Aussagekraft zur tatsächlichen Entwicklung von Populationen in aquatischen Systemen. Deswegen haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, neben den direkten Einflüssen auf einzelne Arten auch den Einfluss von Chemikalien auf Artgemeinschaften zu untersuchen. Hierbei sind für uns Verhältensänderungen auf subletaler Ebene und bei chronischer Exposition von besonderem Interesse, welche anhand von Parametern wie zum Beispiel Bewegungsmustern, Fraßaktivität und Fortpflanzungserfolg mit verschiedenen Methoden untersucht werden. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben haben, wenden Sie sich gerne direkt an uns:

 

 

 

Arne Georg

 

Prof. Dr. Heinz Brendelberger